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Gewalt kommt nicht in die Tüte – Brötchentütenaktion gegen Gewalt an Mädchen und Frauen

Zum deutschlandweiten Aktionstag „Nein zu Gewalt an Mädchen und Frauen“ am Mittwoch, 25. November, findet erneut eine gemeinsame Brötchentütenaktion der Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Mettmann statt. In der Zeit der Corona-Pandemie ist nach den Berichten der Frauenhäuser, Beratungsstellen und Hilfetelefone davon auszugehen, dass häusliche Gewalt zugenommen hat. Grund könnte sein, dass Opfer und Täter mehr gemeinsame Zeit in der Wohnung verbringen und soziale Kontakte sowie die gewohnte Ablenkung entfallen.
Die Idee der Aktion ist einfach erklärt: Anstatt der handelsüblichen Brötchentüten werden die Brötchen am Aktionstag in pink leuchtenden Informationstüten verkauft. Auf der Rückseite von insgesamt 55.500 Tüten kreisweit sind neben der Botschaft „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ in sieben Sprachen auch die wichtigsten Notruf- und Beratungsnummern bei Fällen von Gewalt gegen Frauen abgedruckt. Auf der Seite der Tüte ist ein QR-Code für die Weiterleitung zu einer Informationsplattform mit Chat-Möglichkeit abgedruckt. Die Plattform ist niederschwellig, unkompliziert und für jedes Mädchen und jede Frau leicht erreichbar.

Zum Hintergrund:
Jede dritte Frau weltweit war bereits Opfer von Gewalt, wurde geschlagen, zu sexuellem Kontakt gezwungen, vergewaltigt oder in anderer Form misshandelt (Quelle: Studie der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte zu Gewalt gegen Frauen in der EU, 05.03.2014). Jährlich flüchten etwa 30.000 Frauen und ihre Kinder in Deutschland vor der Gewalt ihres Partners in ein Frauenhaus.
Im Jahr 2019 wurden der zuständigen Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt des SKFM Mettmann e.V. insgesamt 1.024 Fälle im Kreis Mettmann gemeldet – 267 mehr als im Vorjahr. 142 Meldungen kamen aus Velbert. „Das sind natürlich nur die Fälle, die bekannt geworden sind. Wir müssen leider von einer viel höheren Dunkelziffer ausgehen“, so die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Velbert, Sabine Reucher. „Die Beratung beim Internationalen Hilfetelefon (08000 116 016) ist in 18 verschiedenen Sprachen möglich, so können Betroffene Unterstützung in ihrer Muttersprache erhalten“, sagt Sabine Reucher. „Auch wenn eine Person selbst nicht betroffen ist, aber jemanden in einer Gewaltsituation helfen möchte, kann sich diese Person an die Beratungsstellen wenden.“
In Velbert beteiligen sich an der Aktion die Bäckerei Bär, die Bäckerei Mittelmann, die Bäckerei Dahlmann, die Konditorei Kaiser, die SGN (Sozialpsychiatrische Gesellschaft Niederberg) sowie die Gesamtschule Velbert-Mitte.

Hilfe und Beratung:
Bundesweites Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: 08000 11 60 16
Polizei: 110
Frauenhaus für den Kreis Mettmann: 02104/92 22 20
Beratungsstelle gegen häusliche Gewalt: 02104/14 19 22 1
Uniklinik Düsseldorf, Gewaltopferambulanz: 0211/81 06 00 0
Polizeilicher Opferschutz: 02104/98 21 06 7

Stadt Velbert
Stadtverwaltung
Thomasstr. 1, 42551 Velbert

Tel.: 02051/26-0 (Zentrale)
Fax: 02051/26-25 99

E-Mail: stadt@velbert.de