Am frühen Morgen des 21. November 2025 hat eine Polizeistreife zufällig eine Rauchentwicklung im Herrenhaus von Schloss Hardenberg in Neviges entdeckt und sofort die Feuerwehr alarmiert. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand bereits der Dachstuhl in Vollbrand. Das Feuer breitete sich schnell aus und griff in der Folge auch auf weitere Teile des Gebäudes über. Zur Brandursache kann die Stadt Velbert noch keine Aussage treffen.
Nein. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand zu keinem Zeitpunkt. Über die Warn-App NINA wurde vorsorglich auf mögliche Geruchsbelästigungen hingewiesen. Die Stadt Velbert empfiehlt allen Bürgerinnen und Bürgern, die Warn-App NINA auf dem eigenen Smartphone zu installieren und einzurichten. Sie ist nicht automatisch vorinstalliert, liefert im Ernstfall aber wichtige und schnelle Informationen.
Rund 140 Einsatzkräfte der Feuerwehr Velbert, unterstützt von etwa 40 Kräften umliegender Feuerwehren, waren im Einsatz. Zusätzlich waren 220 Helferinnen und Helfer des THW vor Ort. Beteiligt waren unter anderem das THW Velbert, Remscheid, Wetter und Erkrath, die Technischen Betriebe Velbert, die Polizei, das Umweltamt, der Ruhrverband sowie die Feuerwehren Mülheim an der Ruhr, Hilden, Mettmann, Ratingen und Dortmund. Auch Fachkräfte des Chemparks Dormagen unterstützten die Maßnahmen. Außerdem machten sich Bürgermeister Dirk Lukrafka, Baudezernent Jörg Ostermann, Ordnungsdezernent Christian Draeger, die Landrätin Dr. Bettina Warnecke und der Kreisbrandmeister Torsten Schams vor Ort ein Bild der Lage. Die Stadt Velbert dankt allen Einsatzkräften und Unterstützern herzlich für ihren unermüdlichen, professionellen und hoch engagierten Einsatz.
Die Feuerwehr startete sofort mit den Löschmaßnahmen über eine Drehleiter und zunächst auch im Inneren des Gebäudes. Der Innenangriff musste jedoch aufgrund der schnellen Brandausbreitung abgebrochen werden. Glutnester flammten immer wieder auf, weshalb die Einsatzkräfte bis weit in den Samstag und Sonntag hinein vor Ort im Einsatz waren. Um den geringstmöglichen Schaden am historischen Gebäude zu verursachen, wurde ausschließlich mit Wasser gelöscht. Auf Schaum oder andere chemische Löschmittel wurde bewusst verzichtet. Das THW trug Teile des einsturzgefährdeten Dachstuhls ab, eine Fachfirma pumpte das Löschwasser aus dem Keller. Am Sonntag, 23. November, wurde der Einsatz gegen 14.30 Uhr beendet.
Der Schaden kann aktuell noch nicht beziffert werden. Sicher ist jedoch: Der Verlust ist erheblich – nicht nur finanziell, sondern auch von einem Teil unserer Stadtgeschichte. Der Dachstuhl ist vollständig zerstört, die historische Treppenanlage gilt als verloren. Dafür konnte eine weitere Brandausbreitung in den Ostflügel weitestgehend verhindert werden. Im Westflügel sind sogar teilweise historische Balken erhalten geblieben.
Eine erste gute Nachricht gibt es: Die Statik des Gebäudes ist besser als zunächst befürchtet. Die historische Bausubstanz ist zu etwa 90 Prozent erhalten geblieben.
Die Stadt Velbert beginnt schnellstmöglich mit den Sicherungsmaßnahmen. Dazu gehört zunächst eine provisorische Dachabdichtung, um das Gebäude vor der Witterung zu schützen. Weiterhin sollen Fensteröffnungen geschlossen werden, um Wärme in das Gebäude zu bringen und Feuchtigkeit zu entziehen. Geplant ist die Umsetzung davon noch vor Weihnachten. Außerdem ist das Brandmaterial zu entfernen. Ziel ist es zunächst, das Gebäude baufachlich auf den Stand „Null“ zu bringen. Das bedeutet, dass alle notwendigen Sicherungs-, Prüf- und Rückbaumaßnahmen vorgenommen werden, um eine fachlich einwandfreie Grundlage zu schaffen. Auf dieser Basis kann anschließend im folgenden Schritt die Wiederherstellung des Gebäudes unter Einbeziehung des Denkmalschutzes und weiterer Fachstellen geplant und umgesetzt werden.
Ja. Trotz des Rückschlags hält die Stadt am geplanten Naturerlebniszentrum fest. Für die Baumaßnahmen wird jetzt jedoch mehr Zeit benötigt.
Viele Bürgerinnen und Bürger haben bereits nach Spendenmöglichkeiten gefragt. Der Förderverein Schloss Hardenberg freut sich über Unterstützung auf folgendem Konto: IBAN: DE90 3345 0000 0026 0737 26, Sparkasse HRV.
