Am frühen Morgen des 21. November 2025 hat eine Polizeistreife zufällig eine Rauchentwicklung im Herrenhaus von Schloss Hardenberg in Neviges entdeckt und sofort die Feuerwehr alarmiert. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand bereits der Dachstuhl in Vollbrand. Das Feuer breitete sich schnell aus und griff in der Folge auch auf weitere Teile des Gebäudes über. Zur Brandursache kann die Stadt Velbert noch keine Aussage treffen.
Das Dach ist abgetragen und abgedichtet. Der Fokus liegt derzeit auf der Trocknung. Auch neuzeitliche Putze sind entfernt worden, um Trocknung zu beschleunigen. Wie lange die Trocknung dauert können wir noch nicht sagen. Erst wenn ein gewisser Grad an Trocknung erreicht ist, kann innen der Ausbau beginnen. Der Dachstuhl muss neu geplant werden und soll bestenfalls die Form bekommen, die es vorher hatte. Zum jetzigen Zeitpunkt können wir dazu aber noch keine konkretere Aussage treffen und sind noch in Abstimmung mit dem LVR, der Versicherung und weiteren Akteuren.
Die Stadt Velbert hat umgehend mit Sicherungsmaßnahmen begonnen. Dazu gehörte zunächst eine provisorische Dachabdichtung, um das Gebäude vor Witterungseinflüssen zu schützen. Weiterhin wurden Fensteröffnungen verschlossen, feuchte Putzflächen und Estrich entfernt. Über zwei Heizgeräte wird Wärme in das Gebäude gebracht um Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk zu entziehen. Ziel ist es zunächst, das Gebäude baufachlich auf den Stand „Null“ zu bringen. Das bedeutet, dass alle notwendigen Sicherungs-, Prüf- und Rückbaumaßnahmen vorgenommen werden, um eine fachlich einwandfreie Grundlage für den Wiederaufbau zu schaffen. Parallel laufen bereits die Vorbereitungen für die erforderlichen Planungen, die insbesondere den Dachstuhl und das Treppenhaus umfassen. Auf dieser Basis kann anschließend im folgenden Schritt die Wiederherstellung des Gebäudes unter Einbeziehung des Denkmalschutzes und weiterer Fachstellen umgesetzt werden.
Nach dem Brand im November vergangenen Jahres hat die große Anteilnahme gezeigt, wie sehr das Schloss Hardenberg den Menschen in Velbert am Herzen liegt. Für die Stadt steht fest, das Schloss bleibt ein identitätsstiftender Ort und sein Wiederaufbau ist ein gemeinsames Anliegen.
Ab dem 27. Februar setzt die Stadt mit der Reihe „Hardenberg verbindet – Gemeinsam für unser Schloss“ ein Zeichen des Aufbruchs. Vier Wochen lang wird der Innenhof der Vorburg freitags von 15 bis 19 Uhr sowie an Samstagen zum Treffpunkt für Austausch und Information. Die Teilnahme ist kostenfrei und ohne Anmeldung möglich.
Mit der Reihe „Hardenberg verbindet“ möchte die Stadt Zuversicht vermitteln, Transparenz schaffen und die positive Entwicklung in den Mittelpunkt stellen. Die Planungen für den Wiederaufbau laufen auf Hochtouren. Vor Ort informiert die Stadt kontinuierlich über den aktuellen Sachstand und steht für Fragen zur Verfügung.
Ein zentrales Element der Veranstaltungsreihe ist ein Mitmach-Kunstprojekt, bei dem Besucherinnen und Besucher selbst aktiv werden können. Schritt für Schritt entsteht ein gemeinschaftliches Werk – als Symbol der Verbundenheit mit dem Schloss Hardenberg und als Ausdruck des bürgerschaftlichen Engagements für den Wiederaufbau.
Das Programm verbindet Geschichte, Natur, Kultur und Begegnung und richtet sich an alle Altersgruppen:
Freitag, 27. Februar
- 15 Uhr: Tötterkaffee beim Förderverein
Samstag, 28. Februar
- 15 Uhr: Geschichtlicher Rundgang ums Schloss mit Christian Schreiter
Freitag, 6. März
- 15 Uhr: Gespräche bei warmen Getränken
Samstag, 7. März
- 15 Uhr: Wanderung Clemensstollen – Halfmannsberg – Jüdischer Friedhof mit Armin Doll
Freitag, 13. März
- 15 Uhr: Verkauf von Hardenberg-Plätzchen von der Gesamtschule Neviges
Samstag, 14. März
- 15 Uhr: Wanderung „Grüner Pfad Neviges – Alte Burg“ mit Marianne Busse
- 16 Uhr: Geschichtlicher Rundgang ums Schloss und nach Neviges mit Christian Schreiter
Freitag, 20. März
- 15 Uhr: Tötterkaffee beim Förderverein
Samstag, 21. März
- 15 Uhr: Kinder-Tanzgruppe aus Lola’s Tanzstudio Neviges
- 16 Uhr: Geschichtlicher Rundgang ums Schloss und nach Neviges mit Christian Schreiter
Ergänzend bietet das Altstadtmanagement eine Bastelaktion für Kinder an. Darüber hinaus sind die Mitarbeitenden mittwochs und donnerstags im Quartiersbüro (Elberfelderstraße 42) erreichbar.
Rund 140 Einsatzkräfte der Feuerwehr Velbert, unterstützt von etwa 40 Kräften umliegender Feuerwehren, waren im Einsatz. Zusätzlich waren 220 Helferinnen und Helfer des THW vor Ort. Beteiligt waren unter anderem das THW Velbert, Remscheid, Wetter und Erkrath, die Technischen Betriebe Velbert, die Polizei, das Umweltamt, der Ruhrverband sowie die Feuerwehren Mülheim an der Ruhr, Hilden, Mettmann, Ratingen und Dortmund. Auch Fachkräfte des Chemparks Dormagen unterstützten die Maßnahmen. Außerdem machten sich Bürgermeister Dirk Lukrafka, Baudezernent Jörg Ostermann, Ordnungsdezernent Christian Draeger, die Landrätin Dr. Bettina Warnecke und der Kreisbrandmeister Torsten Schams vor Ort ein Bild der Lage. Die Stadt Velbert dankt allen Einsatzkräften und Unterstützern herzlich für ihren unermüdlichen, professionellen und hoch engagierten Einsatz.
Die Feuerwehr startete sofort mit den Löschmaßnahmen über eine Drehleiter und zunächst auch im Inneren des Gebäudes. Der Innenangriff musste jedoch aufgrund der schnellen Brandausbreitung abgebrochen werden. Glutnester flammten immer wieder auf, weshalb die Einsatzkräfte bis weit in den Samstag und Sonntag hinein vor Ort im Einsatz waren. Um den geringstmöglichen Schaden am historischen Gebäude zu verursachen, wurde ausschließlich mit Wasser gelöscht. Auf Schaum oder andere chemische Löschmittel wurde bewusst verzichtet. Das THW trug Teile des einsturzgefährdeten Dachstuhls ab, eine Fachfirma pumpte das Löschwasser aus dem Keller. Am Sonntag, 23. November, wurde der Einsatz gegen 14.30 Uhr beendet.
Der Schaden kann aktuell noch nicht beziffert werden. Sicher ist jedoch: Der Verlust ist erheblich – nicht nur finanziell, sondern auch von einem Teil unserer Stadtgeschichte. Der Dachstuhl ist vollständig zerstört, die historische Treppenanlage gilt als verloren. Dafür konnte eine weitere Brandausbreitung in den Ostflügel weitestgehend verhindert werden. Im Westflügel sind sogar teilweise historische Balken erhalten geblieben. Der entstandene Schaden ist versichert.
Ja. Trotz des Rückschlags hält die Stadt am geplanten Naturerlebniszentrum fest. Für die Baumaßnahmen wird jetzt jedoch mehr Zeit benötigt. Eine Eröffnung des Naturerlebniszentrums nebst Ausstellung im Herrenhaus ist frühestens im Herbst 2028 realistisch. Darüber hinaus kann aktuell noch keine verbindliche Aussage getroffen werden.
Die Außenanlagen sind vom Brand nicht betroffen. Sie sollen ab diesem Jahr wieder bespielt werden. Die Mühle wird weitergebaut, eine Fertigstellung erfolgt voraussichtlich im Oktober/ November 2026. Der Wirtschaftshof wird wie geplant ab diesem Sommer wieder nutzbar sein. Bauabschnitt 3 startet voraussichtlich im Herbst/ Winter 2026. Für Bauabschnitt 4 ist noch nicht absehbar wann der Umbau beginnt. Zuerst müssen neue Fördergelder beantragt werden.
Nein. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand zu keinem Zeitpunkt. Über die Warn-App NINA wurde vorsorglich auf mögliche Geruchsbelästigungen hingewiesen. Die Stadt Velbert empfiehlt allen Bürgerinnen und Bürgern, die Warn-App NINA auf dem eigenen Smartphone zu installieren und einzurichten. Sie ist nicht automatisch vorinstalliert, liefert im Ernstfall aber wichtige und schnelle Informationen.
Eine erste gute Nachricht gibt es: Die Statik des Gebäudes ist besser als zunächst befürchtet. Die historische Bausubstanz ist zu etwa 90 Prozent erhalten geblieben.
