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50 Vorgärten-Programm

Steingärten entsiegeln, Vorgärten begrünen - Programm erfolgreich abgeschlossen!

Nach 10-monatiger Laufzeit wurde das Vorgarten-Programm der Stadt Velbert zum November 2021 erfolgreich abgeschlossen. Insgesamt konnten 33 gelungene Projekte umgesetzt und über 600 m² an Gesamtfläche klimatisch aufgewertet werden, davon wurden fast 200 m² an Fläche nachhaltig entsiegelt. „Das ist ein großer Erfolg und nur durch das Engagement der Teilnehmenden so zu erreichen. Insgesamt sind weit über 60.000 Euro nur in die klimagerechte Aufwertung von Velberter Vorgärten geflossen.“, schildert der Klimaanpassungsmanager der Stadt Velbert Thomas Geißler.
Gartenexperte Ronald Gajda von ‘GAJDA Garten- und Landschaftsbau‘ führte bei 61 Antragsstellenden eine Erstberatung vor Ort im Auftrag der Stadt Velbert durch, die den Teilnehmenden eine konkrete Vorstellung einer nachhaltigen und pflegearmen Bepflanzung sowie entsprechender, vorbereitender Maßnahmen geben sollte. Die Projekte konnten bei reiner Grünaufwertung mit bis zu 1.000 Euro, bei Entsiegelung bis zu 2.000 Euro gefördert werden. Zu den erforderlichen Arbeiten gehört in aller Regel auch ein Bodenaustausch, der insbesondere in sonnenzugewandten Lagen notwendig sein kann, sowie eine möglichst dichte Bepflanzung vieler Bodendecker und Stauden, die sich gegenseitig nicht behindern und zusammen eine Einheit bilden sollten. Der Pflegeaufwand kann so nach Zuwachsen der Fläche erheblich minimiert werden.

 

Ausgewählte Projekte im Vorher-Nachher-Vergleich

Beschreibung: Abtrag Erde und Betonreste, Aufbringung von Erde mit Untermengung von Sand und Hornspänen, Einpflanzung von Obstbäumen, Bodendeckern und Stauden, Aufbringung von Pinienmulch
Größe: 8m², Gesamtkosten: 750 Euro, davon gefördert 715 Euro

Beschreibung: Aufnahme vorhandener Schotterbeetschüttung, Durchlockerung der Bodenflächen, Einbringung von Bodenverbesserungssusbstrat und Lavasplittsand, Setzung von Flächenpflanzen und Aspektstauden
Größe: 2 x 10m², Gesamtkosten: 3.033 Euro, davon gefördert 2.000 Euro

Beschreibung: Aufnahme der Kiesflächen, Auskoffern bis auf ca. 15 cm, Einbringung Boden inklusive Substrat, anschließend Bepflanzung
Größe: 8,8 m², Gesamtkosten: 1.213 Euro, davon gefördert 880 Euro

Beschreibung: Entfernung Steine und Wurzeln, Aushub der Gesamtfläche (ca. 7 cm, etwa 1 Tonne), Füllung mit Lavagranulat, Aufmischung mit Resterde und Komposterde, Bepflanzung (insekten- und bienenfreundlich), Maßnahmen in Eigenarbeit
Größe: 18 m², Gesamtkosten: 880 Euro, davon gefördert 751 Euro

Beschreibung: Entsorgung Steine und Schotter und Entfernung des Flies, anschließend Bodenauflockerung und Mischung von Pflanzerde mit Lavasplit, anschließend bepflanzt
Größe: 16 m², Gesamtkosten: 934 Euro, davon gefördert 934 Euro

Beschreibung: Entsiegelung der Kiesschicht, Sanierung der Einfriedung, Einarbeitung von 2 m³ Muttererde, Fläche bepflanzt und mit Pinienmulch als Beetdecke ergänzt, Maßnahmen in Eigenarbeit durchgeführt
Größe: 19 m², Gesamtkosten: 493 Euro, davon gefördert 417 Euro

Beschreibung: Abtragen der Grasnarbe/Krautschicht (20 cm/4 m³) über die gesamte Fläche (Baggerarbeiten), Ausbringen neuen Pflanzerde (4 m³) inkl. Pflanzen
Größe: 24 m², Gesamtkosten: 1.728 Euro, davon gefördert 1.000 Euro

Beschreibung: Errichtung einer extensiven Dachbegrünung inklusive Zierschotter als Schutzstreifen als Alternativlösung, da Bodenfläche betoniert und nicht ohne weiteres entfernbar
Größe: 15 m², Gesamtkosten: 1.125 Euro, davon gefördert 1.125 Euro

 

Pflanztipps und Entwürfe zur ökologischen Vorgartengestaltung

Im Rahmen des „50 Vorgarten-Programms“ möchte die Stadt Velbert allen Vorgartenbesitzerinnen und -besitzern hilfreiche Pflanz- und Pflegetipps mit an die Hand geben, um über die Förderung einzelner Vorhaben hinaus Anreize zur sachgerechten Begrünung zu schaffen, ohne dabei den Pflegeaufwand zu erhöhen.
Im Auftrag der Stadt Velbert hat Ronald Gajda, staatlich geprüfter Techniker im Garten - und Landschaftsbau aus Velbert-Langenberg, Entwürfe für unterschiedliche Standortbedingungen erstellt und gibt Tipps zu Bodenvorbereitung und Pflanzenwahl. Die Entwürfe beinhalten stets auch immergrüne Arten, eine große Vielfalt standortgerechter Stauden und ermöglichen meist eine Blüte über das gesamte Jahr. Dabei sorgt eine sachgerechte Vorbereitung für einen hohen Blüherfolg und senkt den nachfolgenden Pflegeaufwand.

Bodenvorbereitung und Einsatz von Pflanzen

Eine geeignete Bodenvorbereitung ist das A und O für den Erfolg einer Bepflanzung. Unsere meist lehmigen Oberböden bedürfen einer „Abmagerung“ durch reichlich Zugabe von bodenbelüftenden Stoffen, z.B. Kiessand oder besser: Lava-Splittsand. Der Humusanteil sollte nicht übertrieben werden, kleinere Steinanteile können ruhig verbleiben. Alle Pflanzen aus den nachfolgenden Entwürfen kommen aus Naturstandorten mit mageren Böden, z.B. aus Berg- oder Steppenregionen und sind entsprechend trockentolerant. Blumenerde als Substrat sollte hier absolut vermieden werden! Eine ausgewogene Nährstoffversorgung ist stets entscheidend, sie kräftigt den Wuchs- und Blühwillen und sichert die Dauerhaftigkeit der Pflanzen.
Flächenpflanzen sollten in Mengen von 8-12 Stück pro m² geplant werden, deren Wuchsgeschwindigkeit aneinander angepasst sind. Dies sichert eine Füllung der Flächen von mind. 75% im dritten Standjahr und führt so zu einer nur noch weniger pflegeintensiven Anlage. Solitäre Stauden oder Gehölze werden sparsam gesetzt, sie erreichen ihr endgültiges Erscheinungsbild erst Jahre später. Ein gegenseitiges Bedrängen muss dann ausgeschlossen sein!

Informationen zum Nutzen für Klima- und Artenschutz sowie die Pflegeleichtigkeit begrünter Vorgärten finden Sie in unserem Vorgartenflyer „Grün ist der neue Garten“. Druckexemplare liegen in den Servicebüros und Büchereien der Stadt aus.

Entwürfe und Pflanzlisten

  
1. Sonnig / Südausrichtung 

Eigenschaften: hohe Trockenheits- und Wärmetoleranz, vielfältige Blütenzeiträume und schöne Laubfärbungen, insektenfreundlich, Einsatz immergrüner Arten, hohe Trittfestigkeit (für Pflegegänge)

Gestaltung: Die Gruppierung der Flächenarten ist in Wuchshöhen leicht gestuft, die abgestufte Anordnung, kombiniert mit den höheren Arten der Streupflanzen/Gehölze (hier Solitärstauden) – ergibt verschiedene interessante Ansichten der Pflanzung aus allen Blickrichtungen. Die Artenwahl begünstigt dies durch die Wahl horstbildender, nicht überhängender Formen. Die Streupflanzen werden nach neuester Lehre teils sehr aufgelockert gepflanzt, da die Fläche so naturnah und „ausgespannt“ wirkt.

Beispielpflanze: Phlomis russeliana (Brandkraut), eine Pflanze mit kompaktem, kräftigem, großblättrigem Blattquirl, auffallenden, reichen gelben Blütenständen in Etagenform, diese bis zu 80cm hoch. Attraktiv auch die trockenen Samenstände, welche bis über den Winter hinweg zur Zierde verbleiben können.

Streupflanzen/Stauden
-    Gaura lindheimerii - Prachtkerze
-    Sedum telephium „Herbstfreude“ – Hohe Fetthenne
-    Calamagrostis acutiflora „Karl Förster“ – Garten-Reitgras
-    Yucca filamentosa – Fädige Palmlilie

Flächenpflanzen/Bodendecker
-    Chrysogonum virginianum – Virginia-Goldkörbchen
-    Iberis saxatilis – Felsen-Schleifenblume
-    Iberis sempervirens - Immergrüne Schleifenblume
-    Geranium macrorhizum – Felsen-Storchschnabel
-    Cotoneaster dammeri – Teppichmispel (begehbar)
-    Salvia memorosa – Hain-Salbei/Steppen-Salbei
-    Phlox subulata „Candy stripes“ – Teppich-Flammenblume

Entwurf - Südausrichtung

 

2. Halbschatten / West-Ost Ausrichtung

Eigenschaften: standortneutrale Arten, anpassungsfähig für Lichtwechsel, Kombination aus Stauden und Gehölzen, kontrastierende Laubfärbungen, abgestimmte Blühzeiträume und Einsatz immergrüner Arten, Fruchtschmuck, Schutz für Kleintiere und Singvögel

Gestaltung: Das Hauptaugenmerk liegt hier auf den höheren Einzelpflanzen (Solitäre), die in der Anordnung zur dichteren Baumasse hin deren Volumen in die Fläche „übergeben“ und diese entsprechend einbeziehen. Eher abweisende, ungünstige Bebauungen (hier: Mauer und Containerplatz) werden durch lichte, helle Berankungen auch optisch aufgewertet. Die Gruppierung der Flächenarten ist in Wuchshöhen wenig gestuft und steht mit den höheren Arten der Solitäre somit im Kontrast. Dies sorgt für eine ausgesprochen raumbildende Wirkung. Diese wird aus allen Perspektiven und Blickwinkeln ersichtlich.

Beispielpflanze: Die Solitärpflanze „Mahonia bealii“, ein palmenartig aufrechtes, immergrünes Gehölz uralter Abstammung, Blüte ab Dezember, folgend Beerenschmuck.

Streupflanzen/Stauden
-    Astilbe chinensis „Pumila“ – Zwerg-Prachtspiere
-    Aruncus sylvester  Waldgeißbart
-    Chaenomeles japonica – Japanische Zierquitte
-    Euphorbia amygdaloides. „Purpurea“ – Rotblättrige Wolfsmilch
-    Euphorbia polychroma – Gold-Wolfsmilch
-    Heuchera micrantha – Kleinblütiges Silberglöckchen
-    Lythrum salicaria – Blut-Weiderich
-    Mahonia bealii – Schmuck-Mahonie
-    Spiraca japonica „Golden Princess“ – Gelbe Zwergspiere

Flächenpflanzen/Bodendecker
-    Hedera helix – Weißbunter Efeu (Berankung)
-    Ajuga reptans – Kriechender Günsel
-    Bistorta affinis – Teppich-Knöterich
-    Carex morrowii „variegata“ – Weißbunte Japan-Segge
-    Geranium platypetalum – Breitblättriger Storchschnabel
-    Hakonechloa macra „Aureola“ Japan-Goldbandgras
-    Vinca minor – Kleinblättriges Immergrün
-    Waldsteinia ternata – Teppich-Golderdbeere

Entwurf - West-Ost Ausrichtung

 

3. Schatten / Nordausrichtung

Eigenschaften: Kombination aus Stauden und Gehölzen, helle Laubfärbungen in Kontrast zu dunkleren Arten, Blühzeiträume über das ganze Jahr und Einsatz immergrüner Stauden, hohe Trittfestigkeit an Pflanzungsrändern

Gestaltung: Die Wiederholung von artengleichen Gruppen im kleinen Beetrand lässt die gesamte Fläche gestreckter erscheinen. Die Höhenabstufungen der Gruppen sind hier stärker gegeben, um der umgebenden Baumasse mit einem deutlichen Erscheinungsbild zu entsprechen. Ungünstige Flächenpunkte (Containerplatz, Schlupfecken) werden durch pflanzliche Betonung mit einer Berankung oder Solitärgehölzen optisch begünstigt, und damit die Wegeführungen auch besser markiert.

Beispielpflanzen: Die Viburnum-Arten sind Herbst-/Winderblüher, „tinus“ ist immergrün, „farreri“ duftet angenehm. Durch das Zentrum führt ein Pflanzenläufer, der zur Pflegezwecken betretbar ist.

Streupflanzen/Stauden
-    Aruncus dioicus „Kneiffii“ – Geschlitztblättriger Geißbart
-    Carex morrowii „Variegata“ – Weißbunte Japan-Segge
-    Euphorbia amygdaloides – Mandelblättrige Wolfsmilch
-    Hosta - Funkie
-    Heuchera micrantha „Caramel“ – Zottiges Silberglückchen
-    Ligustrum ovalifolium „Aureum“ - Goldliguster
-    Phlomis russeliana – Syrisches Brandkraut
-    Polystichum setiferum – Grannen-Schildfarn
-    Rodgersia podophylla – Gestieltblättriges Schaublatt
-    Stachys grandiflora “Superba” – Purpur-Ziest
-    Viburnum farreri – Duft-Schneeball
-    Viburnum tinus – Mittelmeer-Schneeball

Flächenpflanzen/Bodendecker
-    Epimedium perralchicum “Frohnleiten” - Elfenblume
-    Geranium versicolor – Veränderlicher Storchschnabel
-    Heuchera micrantha „Rachel – Kleinblütiges Silberglöckchen
-    Pulmonaria saccharata „Mrs. Moon“ – Großgeflecktes Lungenkraut
-    Symphytum grandiflorum – Kleiner Kaukasus-Beinwell
-    Vinca Minor – Kleinblättriges Immergrün

Entwurf - Nordausrichtung

 

4. Vollschatten, z.B. durch Bäume

Eigenschaften: geringer Lichtanspruch, kontrastierende Blattformen und -farben Pflanzen als Insektenhort und Jahresschutzraum für Kleintiere, Einsatz von Vorfrühlingsblühern

Gestaltung: Baum oder Bäume bieten einen „Waldaspekt“ als Raumbildner, beherrschen aber den Unterwuchs durch Wurzelkonkurrenz und Lichtmangel. Zur Bepflanzung schränkt sich hier die Auswahl auf absolute Schattenpflanzen ein. Die Gruppierung der Flächenarten ist in Wuchshöhen abgestuft, die Wahl der Anordnung, kombiniert mit den wenigen höheren Arten der Gehölze, soll einen natürlich-lockeren „Waldsaumeffekt“ vermitteln. Die Haupt- Blickrichtungen beginnen mit eher offenen Pflanzengruppen, in den tieferen Schatten sich auch verdichtend. Durch Lichten der Baumkronen wird der Gesamtbestand andauernd stabilisiert, Bodenverbesserung der Pflanzung soll auch auf den vorhandenen Baumwurzelflächen erfolgen, wenn die Art es zulässt.

Beispielpflanze: Solitärgehölze, hier z.B. Ilex, ein immergrünes, gelbbuntes Laubgehölz

Streupflanzen/Stauden
-    Elaeagnus angustifolia “Aureomarginata” – Schmalblättrige Ölweide
-    Helleborus niger - Christrose
-    Hosta sieboldiana – Blaublatt-Funkie
-    Milium effusum “Aureum” – Gelbes Flattergras
-    Phyllitis scolopendrium - Hirschzungenfarn
-    Rodgersia pinnata – Fiederblättriges Schaublatt
-    Taxus media “Fastigiata Aurea” – Gold-Säuleneibe
-    Viburnum davidii – Immergrüner Kissen-Schneeball

Flächenpflanzen/Bodendecker
-    Hedera helix “Goldheart” – Gelbbunter Efeu (Berankung)
-    Asarum europaeum – Heimische Haselwurz
-    Anemone blanda “Blue Shades” – Strahlen-Windröschen
-    Ilex aquifolium “Rubricanlis Aurea” – Gelbbunte Stechpalme
-    Laminastrum galeobdolon - Goldnessel
-    Liriope muscari - Lilientraube
-    Luzula sylvatica – Wald-Hainsimse
-    Pulmonaris officinalis – Geflecktes Lungenkraut
-    Pachysandra terminalis “Variegata” – Zweifarbiges Dickmännchen
-    Tiarella cordifolia – Herzblättrige Schaumblüte

Entwurf - Vollschatten

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