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3. Velberter Sicherheitsgespräche: Rheinmetall-Insights, Paneldiskussion, Unternehmenspitches sowie umtriebiges Networking

Fit for Future? Diese Frage zog sich wie ein roter Faden durch die 3. Velberter Sicherheitsgespräche. Rund 120 Unternehmerinnen und Unternehmer kamen im Skyroom der IMS Arena zusammen, um sich mit Resilienz, stabilen Lieferketten und den Anforderungen an neue Lieferanten auseinanderzusetzen. Eingeladen hatten die Wirtschaftsförderungen der Städte Velbert und Heiligenhaus gemeinsam mit der IHK Düsseldorf und der Schlüsselregion.

Dabei zeigte sich auch das Interesse über die Region hinaus: Mehrere große Unternehmen und Konzerne aus anderen Regionen waren als Gäste vor Ort und nutzten die Gelegenheit, Einblicke in die heimische Wirtschaftslandschaft zu gewinnen und mit Unternehmen aus Velbert, Heiligenhaus und der Region ins Gespräch zu kommen.

Der Velberter Beigeordnete und Moderator Christian Draeger brachte die Bedeutung des Abends zu Beginn auf den Punkt: „Mit den 3. Velberter Sicherheitsgesprächen bieten wir unserer heimischen Wirtschaft neue Impulse für ihre Unternehmen und die Möglichkeit des Austauschs“. Im Mittelpunkt stand damit nicht nur die Frage, wie Unternehmen auf veränderte wirtschaftliche und geopolitische Rahmenbedingungen reagieren, sondern auch, welche konkreten Chancen sich daraus für den regionalen Mittelstand ergeben.

Resilienz als Wettbewerbsfaktor
Den zentralen fachlichen Impuls setzte eine hochrangige Führungskraft von Rheinmetall mit seiner Keynote „Resilienz – der Wettbewerbsvorteil im Wandel“. Seine Ausgangsthese: Die Märkte haben sich verändert.

Sie sind sowohl im Osten als auch im Westen instabiler geworden – mit unmittelbaren Folgen für internationale Lieferketten. Unabhängigkeit und Widerstandsfähigkeit gewinnen deshalb für Unternehmen an Bedeutung.

Wie umfassend die Bewertung von Lieferketten inzwischen ausfällt, zeigte der Blick auf die Risikoeinschätzung potenzieller Lieferanten. Dabei werden nicht allein die unmittelbaren Geschäftspartner betrachtet; auch deren Subunternehmer werden in die Prüfung einbezogen. Entscheidend ist letztlich das Gesamtbild eines Lieferanten:

Zu den relevanten Kriterien zählen unter anderem ausgeprägte Kenntnisse der regulatorischen Anforderungen, Lieferfähigkeit und Lieferzeiten, Qualität und Innovationskraft - auch hinsichtlich der schnelleren und kostengünstigeren Produktion. Hinzu kommt die Resilienz eines Unternehmens. Diese bemisst sich nicht ausschließlich an Strukturen, Kapazitäten oder Kennzahlen, sondern auch an deren Haltung und seiner Fähigkeit, sich auf veränderte Bedingungen einzustellen.

Paneldiskussion: Wie wird man Lieferant?
In der anschließenden Paneldiskussion wurde die Perspektive von Rheinmetall um die Erfahrungen des Bauunternehmens Goldbeck West ergänzt. Auch dort ist der wirtschaftliche Wandel unmittelbar spürbar. Die Investitionsbereitschaft nehme zu, berichtete der Verkaufsingenieur des Unternehmens. Insbesondere der Bau von Maschinen- und Produktionshallen ziehe an. Der konjunkturelle Aufschwung werde damit auch in der Bauwirtschaft sichtbar.

Eine zentrale Frage aus dem Publikum lautete: Wie wird ein mittelständisches Unternehmen Lieferant eines Großunternehmens? Die Antworten zeigten, dass es darauf keinen einzelnen Königsweg gibt. Lieferantenportale können einen Einstieg ermöglichen, reichen allein jedoch nicht aus. Großunternehmen benötigen nicht zwangsläufig einen weiteren Anbieter für ein Produkt, für das bereits zahlreiche etablierte Lieferanten vorhanden sind. Umso wichtiger sei es, den konkreten Mehrwert des eigenen Unternehmens kurz, präzise und nachvollziehbar zu vermitteln.

Gerade für den Einstieg in den Verteidigungsmarkt kam ein weiterer Aspekt hinzu: Unternehmen sollten sich bewusst damit auseinandersetzen, ob sie dieses Geschäftsfeld langfristig bedienen wollen. Eine solche Entscheidung berührt nicht nur strategische und wirtschaftliche Fragen, sondern auch die eigene unternehmerische Haltung.

Gleichzeitig wurde deutlich, wie systematisch Großunternehmen nach neuen Technologien und Innovationen suchen. Dafür werden unter anderem spezialisierte Plattformen genutzt. Bei Goldbeck wurden beispielsweise rund 1.700 Start-ups analysiert; fünf davon wurden schließlich übernommen.

Innovation ist jedoch nicht in jedem Bereich automatisch erwünscht. Bei langjährig etablierten technischen Systemen können Veränderungen erhebliche Folgewirkungen haben. Komponenten bauen aufeinander auf, Prozesse sind eingespielt und Beschäftigte für die Bedienung bestehender Systeme geschult. Für Lieferanten bedeutet das: Nicht allein eine innovative Lösung entscheidet, sondern auch deren Einpassung in bestehende Strukturen und Anforderungen.

90 Sekunden für 19 Unternehmen
Wie vielfältig und leistungsfähig die regionale Unternehmenslandschaft aufgestellt ist, zeigte sich anschließend bei 19 Unternehmenspitches. Jeweils eineinhalb Minuten standen zur Verfügung, um Kompetenzen, Produkte und Dienstleistungen vorzustellen.

Das Spektrum reichte von spezialisierten industriellen Lösungen und technologischen Kompetenzen bis zu unterschiedlichen Dienstleistungen. Die Kurzvorstellungen vermittelten damit einen kompakten Eindruck von der Bandbreite des Know-hows in der Region – und zeigten zugleich mögliche Anknüpfungspunkte für neue Geschäftsbeziehungen und Kooperationen auf.

Genau darin lag eine wesentliche Funktion der Pitches: Sie sollten nicht sämtliche Leistungen eines Unternehmens darstellen, sondern Interesse wecken und den Ausgangspunkt für weiterführende Gespräche bilden. Beim anschließenden persönlichen Dialog konnten diese ersten Kontakte vertieft und mögliche gemeinsame Vorhaben ausgelotet werden.

Fazit: Gespräche als Ausgangspunkt für Kooperationen
Neben den fachlichen Impulsen bildeten die persönlichen Gespräche und der Aufbau neuer Kontakte einen wesentlichen Bestandteil der Veranstaltung. Bei angeregten Gesprächen wurden Kontakte geknüpft, Ideen ausgetauscht und mögliche Kooperationen ausgelotet. Bei leckerem Essen und guter Stimmung nutzten viele Gäste die Gelegenheit, noch lange zu verweilen, sich weiter auszutauschen und den Abend gemeinsam ausklingen zu lassen.

Keynote, Paneldiskussion und Unternehmenspitches lieferten dafür konkrete Anknüpfungspunkte – vom Zugang zu Lieferketten großer Unternehmen über Anforderungen an Resilienz bis zu möglichen Kooperationen innerhalb der Region.

Die Resonanz bestärkt die Veranstalter darin, das Format fortzuführen. „Nach diesen durchweg positiven Resonanzen sind wir bereit für die 4. Velberter Sicherheitsgespräche“, erklärt Christian Draeger, der schon jetzt Ideen und Wünsche für 2027 aufnimmt. Damit soll auch künftig eine Plattform entstehen, auf der mittelständische Unternehmen, Industrie und weitere Akteure miteinander ins Gespräch kommen und neue Geschäftsmöglichkeiten ausloten können.