Das Gedenkbuch stellt uns in der Stadt vor Augen, was von den Velberter
Opfern des Nationalsozialismus bekannt ist.
Heute ist uns klar, dass nicht hätte geschehen dürfen, was ihnen widerfuhr.
Unabänderlich aber gehören diese Toten zu unserer Vergangenheit. Wir müssen
darum wissen, was damals geschah. Und wie wir umgehen können mit unserer
Vergangenheit.
Mit dem Gedenkbuch kommen die Toten unserer Stadt als Menschen mit ihrem
besonderen Namen und mit ihrer besonderen Geschichte in unseren Blick.
Wie haben wir diese Menschen gesehen seit dem Ende des Krieges? Wie hat in der
NS-Zeit die Stadt sie gesehen und sich selbst?
Durch das Gedenkbuch nehmen wir wahr: Wir brauchen die Toten, um unsere
Geschichte zu finden. So können wir dann auch eine Gegenwart unter uns offen
halten denen, die uns fehlen.
Das Buch ist den Menschen in und aus Velbert gewidmet, die durch den
Nationalsozialismus ums Leben gebracht und somit seine Opfer wurden.
Sie stammten entweder aus den ehemals selbständigen Städten Langenberg, Neviges
und Velbert oder haben sich zwischen 1933 und 1945 zeitweise oder ständig hier
aufgehalten.
Menschen in und aus Velbert sind der NS-Diktatur aus unterschiedlichen Gründen
zum Opfer gefallen, etwa weil sie als Juden verfolgt oder als Ausländer hier zur
Arbeit gezwungen wurden.
Sie kamen auf Grund der NS-Politik zu Tode, mit ihrer Aufnahme in dieses
Gedenkbuch aber ist keine Anerkennung der nationalsozialistischen Maßstäbe
verbunden. Der „Grund“ ihrer Verfolgung gehört zum Bild der erinnerten Personen.
Die Formulierungen allerdings der Kategorien ihres „Diskriminierungsstatus“ sind
nicht frei von Widersprüchen, weil sie NS-Maßstäbe nicht übernehmen wollen: so
gehören etwa zu den „Angehörigen ausländischer Streitkräfte“ nur die bei
Kriegseinsätzen hier umgekommenen Soldaten, nicht aber Kriegsgefangene aus der
Gruppe der Zwangsarbeiter, und zu den „ausländischen Arbeiter|inne|n“ zählen
auch die ihrer Kinder, die hier starben.
Darüber hinaus aber lassen sich alle, an die hier erinnert wird, vor allem auf
die ihnen aufgenötigte Rolle als Opfer der Diktatur nicht reduzieren, waren sie
doch Menschen mit ihrem besonderen Namen und ihrer besonderen Geschichte. Darum
hält das Gedenkbuch ihre Namen fest und umschreibt – soweit das möglich ist –
ihre Lebensgeschichten.
Das Gedenkbuch erinnert an die Velberter Opfer des Nationalsozialismus mit Daten
auf drei, einander zugeordneten „Ebenen“:
NAMEN
Die oberste Ebene stellen die nur alphabetisch geordneten Familiennamen dar samt
den dazugehörenden Vor- und u. U. Geburtsnamen.
BIOGRAFISCHE DATEN
Den Namen zugeordnet sind die derzeit bekannten biografischen Daten. Diese haben
einen unterschiedlichen Umfang und werden nach einer vorläufigen Systematik
geordnet.
BIOGRAFISCHE TEXTE
Soweit das möglich ist, werden Details zur Biografie einer Person aufgeführt.
Die Quellen der Biografischen Daten sind am Ende der Datensätze mit
Zahlencodes angegeben, die mit Hilfe des Quellenverzeichnisses entschlüsselt
werden können.
Die Quellen der Biografischen Texte sind jeweils dort gesondert aufgeführt
Der Text des Gedenkbuches
kann Fehler enthalten. Bitte teilen Sie uns mit, was nach Ihren Kenntnissen
korrigiert werden sollte.
Der Text des Gedenkbuches ist nicht
abgeschlossen. Wir sind besonders an weiterführenden Informationen und
Materialien dazu interessiert.
Bitte teilen Sie uns mit,
- wenn Sie von Informationen oder Materialien hierzu (z.B. Fotos) wissen,
- wenn Sie ein Projekt zur Biografie einer der Personen planen. Informieren Sie
uns bitte auch über Ihre Ergebnisse.
Anschrift: Stadtarchiv Velbert
– Projekt Gedenkbuch –
Thomasstraße 1a
42551 Velbert
Telefon 02051 – 26–2265
Fax 02051 – 26–2112
Email christoph.schotten@velbert.de
http://www.bgv-velbert.de/abtvelbert.html#c14.
© Stadt Velbert 2011
Das „Gedenkbuch“ ist ein Projekt der Stadt Velbert
Konzeption und Einleitungstexte: Frank Overhoff
Wissenschaftliche Begleitung:
Projektgruppe „Gedenkbuch“ des Stadtarchivs Velbert
Technische Realisation: Stadt Velbert
Stand: 9.11.2011