Startseite
         Barrierefrei  |    Kontakt  |  Suche  |  Übersicht  |  Stadtplan   
 

Geplante städtebauliche Projekte

Seit der Fertigstellung des Integrierten Handlungskonzeptes Birth / Losenburg im vergangenen Jahr sind unter anderem erste Maßnahmen planerisch in Vorbereitung, welche bei einer Aufnahme in das Programm Soziale Stadt umgesetzt werden sollen. Die nachfolgend gekennzeichneten Projekte wurden in einem Rahmenplan verdeutlicht, welcher im Zusammenhang mit dem Wohnumfeldkonzept bis Mitte 2005 modifiziert und in die Förderantragstellung 2005 eingebunden wurde.

Die einzelnen Projekte sind nummeriert worden und werden nachfolgend kurz erläutert:

1. Fußwegeverbindung Birth / Losenburg

Die Verbindung zwischen Birth und Losenburg stellt einen wesentlichen Bestandteil in der Rahmenplanung dar. Hier soll eine gekennzeichnete beleuchtete Wegeverbindung zwischen Einkaufszentrum, neuem Bürgerhaus, Schulen, Grünzug Rinderbachtal und der Losenburg bzw. dem Klinikum Niederberg – sozusagen als Hauptpfad zwischen den Stadtteilen – geschaffen werden. Diese Projektidee stammt von der Lokalen Agenda 21-Gruppe um den öffentlichen Raum aufzuwerten. Dieser Weg verbindet viele öffentliche Einrichtungen miteinander: AWO-Kindergarten, Grundschule Birth, Gymnasium, Kopernikuswiese mit Naturrodelbahn, Erlöserkirche, Kolpingkindergarten und verschiedene Spiel- und Bolzplätze. Der Weg führt durch das Rinderbachtal und sollte in diesem Bereich auch als Naturlehrpfad (siehe Punkt 2) angelegt sein. Insgesamt ist von dieser Projektidee eine deutliche Steigerung der Attraktivität von öffentlichen Freiflächen und eine Aktivierung der Bewohnerschaft zu erwarten.

2. Schulweg und Kreativpfad

Während der Grundschulbezirk die Stadtteile Birth und Losenburg umfasst, wird das Gymnasium auch von Schüler/-innen aus anderen Stadtteilen besucht. Der jetzige Schulweg zwischen Losenburg und Birth durch das Rinderbachtal über einen Fuß- und Radweg im Wald stellt ein wesentliches und kurzfristig zu lösendes Problem dar. Der Schulweg ist steil, unbeleuchtet und für die Kinder nicht sicher genug (siehe auch unter Punkt 3, Befragung der Mädchen im November 200 und Juni 2004). Dieser Fußweg wurde zwar vor einigen Jahren mit einer Beleuchtung versehen, ist aber im Waldgebiet an manchen Stellen unübersichtlich und schwach beleuchtet. Der Ausbau und die Befestigung dieses Weges ziehen die Überlegung nach sich, einen Kreativ-Lehrpfad im Rahmen der Lokalen Agenda 21 zu gestalten. Dies wäre ein weiterer Anziehungspunkt und würde die Aufenthaltsqualität des Rinderbachtals erhöhen. Gleichzeitig ist dieses Projekt für den Unterricht der Grundschule und des Gymnasiums hilfreich.

3. Ort für Mädchen

Schon während der Erarbeitung des Integrierten Handlungskonzeptes wurde deutlich und mehrmals gefordert, nicht nur insgesamt die Aufenthaltsqualität für junge Leute zu erhöhen, wie etwa ein Bolzplatz oder eine Skateranlage, sondern explizit auch mehr Aufenthaltsmöglichkeiten für Mädchen zu schaffen. Aus diesem Grund schlossen sich Akteure wie die Stadt Velbert, der Verein "Frauen helfen Frauen" und der SKFM Velbert e.V. zusammen und organisierten für November 2003 den ersten Mädchenstadtteilrundgang. In diesem Rundgang, welcher großen Zuspruch erhielt, wurden mit den Mädchen einzelne Bereiche erörtert und diskutiert, wo sie sich wohl fühlen, wo sie sich unsicher fühlen und Angst haben, was ihnen in ihrem Stadtteil fehlt und wie sie sich einen ORT FÜR MÄDCHEN vorstellen. Daraus entwickelte das Planungsamt Velbert schon jetzt einen Vorentwurf, der bei dem zweiten Mädchenstadtteilrundgang im Juni 2004 mit den Mädchen diskutiert wurde.

4. Umgestaltung Schiffchenbecken

Mit der Umgestaltung des Schiffchenbeckens soll in jedem Fall die Aufenthaltsqualität in Birth vorrangig für ältere Menschen erhöht werden. Das Schiffchenbecken wurde aufgrund mangelnder Gestaltungselemente nie richtig als zentraler Freiraum für Erholung und Begegnung angenommen. In der zukünftigen Platzgestaltung soll das derzeitige Element Wasser erhalten werden und durch die Aufstellung von Bänken und Bepflanzung zum Verweilen einladen. Die Umgestaltung des Schiffchenbeckens durch das Planungsamt Velbert soll durch eine Bewohnerbeteilung weiter konkretisiert werden.

5. Neugestaltung Grünanlage

Die Grünanlage dient als Erholungsraum und soll als solche auch genutzt werden. Um dies zu schaffen, muss vor allem die Wegeverbindung vom Einkaufszentrum zum Gemeindezentrum geschaffen werden. Dies erfordert eine Gestaltung dieser Fläche, welche sich an alle Bereiche angliedern lässt. Des Weiteren besteht die Überlegung, an diesen Bereich der Grünanlage einen attraktiven und für die Stadtteilbevölkerung akzeptierten, nicht störenden Treffpunkt anzugliedern (ehemals Treffpunkt Tischtennisplatte).

6. Gesundheitspark Niederberg

Rund um vorhandene Weiterentwicklungspläne des Klinikums Niederberg ist in ersten Gesprächen mit der Stadt Velbert die Idee einer Angebotserweiterung des Klinikums rund um die Handlungsfelder Gesundheitsförderung, Ernährungsberatung, Bewegungs-, Pflegeangebote u. a. mit dem Ziel einer stärkeren Integration der beiden Stadtteile und der Schaffung von zusätzlichen Arbeitsplätzen entstanden. Das Klinikum dient als zentraler Orientierungspunkt (siehe auch Logo) im Stadtteil Birth / Losenburg. In Zusammenarbeit mit dem Klinikum besteht somit die Überlegung, einen Gesundheitspark zu initiieren. Einige Räume im Klinikum können mittel- bis langfristig dafür umgestaltet werden, um damit das Gesundheits-, Bewegungs-, Pflegeberatungsangebot zu verbessern. Längerfristig könnte damit ein "Leuchtturmprojekt" mit Ausstrahlungskraft auf die Gesamtstadt und Region entwickelt werden.

7. Nahversorgung Losenburg

In Losenburg existiert bisher keine ausreichende Nahversorgung. Um diese Bedarfslücke zu schließen, sollte mittelfristig eine Apotheke, Poststelle und auch ein Geldautomat im Interesse der Bewohner geschaffen werden.

8. Jugendtreff Losenburg

Das Fehlen eines Jugendtreffs in Losenburg stellt sich als dringend zu lösendes Problem dar. Bisher ist jede Woche ein Streetworker-Bus vor Ort, der aber bei weitem nicht das Gebiet abdecken kann. Es wird nach einem passenden Standort gesucht, um diese Maßnahme so schnell wie möglich zu realisieren. In dem Jugendhaus Losenburg soll vornehmlich ein Ort geschaffen werden, wo sich Jugendliche sicher aufhalten können und den Nachmittag zum Erleben und Erholen nach der Schule gemeinsam nutzen können.

9. Ökologische Schulhofgestaltung

Die Gestaltung der Schulhöfe ist wenig differenziert. Nach Schulschluss ist es für die Kinder nicht interessant sich dort aufzuhalten. Außerhalb der offiziellen Unterrichtszeiten wirken die Schulhöfe verlassen und werden häufig als informelle Treffpunkte genutzt, was immer wieder auch etwas mit Vandalismus und Verschmutzung einhergeht. Der Schulhof des Gymnasiums könnte so umfunktioniert werden, dass er nicht nur am Tag zum Aufenthalt der Schüler in den Unterrichtspausen dient, sondern auch am Abend, z. B. für Open-Air-Veranstaltungen genutzt werden kann. Durch die Stärkung der Initiativen der Schüler (z. B. durch die Lehrer) kann ein Schulhof auch von bzw. mit ihnen ökologisch umgestaltet werden.

10. Verkehrssicherung Zugang Schulzentrum

Von Birth aus müssen die Schüler immer die viel befahrene von-Humboldt-Straße überqueren, was einen potenziellen Gefahrenpunkt darstellt. Um den Kindern einen sicheren Übergang zu gewährleisten, muss über eine Verlagerung der jetzigen Lichtsignalanlage bzw. über die Schaffung einer Verkehrsinsel entschieden werden. Gerade im Zusammenhang zum Offenen Bürgerhaus (und Ganztagsschule im Offenen Bürgerhaus) müssen hier schnell greifende Lösungswege ermittelt werden.

11. Skaterfreifläche auf Autobahntunnel

Insgesamt gibt es in dem gesamten Gebiet wenig Raum und Anlässe für Kommunikation und Begegnung. Die Skaterfreifläche wird von vielen Jugendlichen als Treffpunkt genutzt, bietet aber durch mangelnde Platzgestaltung wenig Aufenthaltsqualität. Um dies zu ändern, soll diese Fläche gemeinsam mit Jugendlichen neu geplant bzw. gestaltet und damit umfassende Beteiligungschancen für Jugendliche durch entsprechende Veranstaltungen genutzt werden.

Die dargestellten Projekte sind in der Planung und zeigen die Weiterentwicklung der festgelegten Maßnahmen des Integrierten Handlungskonzeptes aus dem Jahr 2003. Die Notwendigkeit der Umsetzung der beantragten Projekte hat sich gegenüber dem Vorjahr weiter verstärkt. Im Rahmen der bisherigen Arbeiten rund um die Entwicklung des integrierten Handlungskonzeptes wurde verstärkt deutlich, dass es ein großes Interesse und eine hohe Bereitschaft aller Akteure gibt, durch ein gemeinsames Vorgehen und die Unterstützung des Prozesses eine langfristig tragfähige Entwicklung von Birth und Losenburg auf den Weg zu bringen.