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Beantragte städtebauliche Projekte

 

1. Einkaufszentrum "Birther Kreisel"

Im Kontext der integrierten Stadterneuerung nimmt die Neugestaltung des Birther Einkaufszentrums „Birther Kreisel“ eine herausragende Stellung ein. Das in die Jahre gekommene Einkaufszentrum soll durch seine Neugestaltung wieder zur städtebaulichen, ökonomischen und sozialen Mitte des Stadtteils Birth aufgewertet werden.

Ein erster wichtiger Schritt zur Sicherung der Nahversorgung der Wohnbevölkerung und zur Sicherung des Einkaufszentrums insgesamt ist die gelungene Umsiedlung und Erweiterung der Verkaufsfläche des vorhandenen EDEKA-Marktes aus der integrierten Lage im Stadtteilzentrum hin zu seinem nördlichen Rand. Laut ECON-Gutachten stellt die Umsiedlung und Erweiterung des EDEKA-Marktes einen wichtigen Schritt zur Stabilisierung und Sicherung der bestehenden Einkaufspassage dar. „Von dem Planvorhaben als „Magnetbetrieb“ sind positive Effekte (sowohl auf die Kundenfrequenz als auch auf die Attraktivierung der Angebote und das Erscheinungsbild) auf bestehende Einzelhandels- und Dienstleistungsnutzungen zu erwarten, was in der Gesamtheit zu einer Attraktivierung der Einkaufspassage als Mittelpunkt des Ortsteils Velbert-Birth beiträgt. Aufgrund der durch das Planvorhaben zu erwartenden positiven Auswirkungen auf die Kundenfrequenz in der Passage und einer Erhöhung der Akzeptanz dieses Einkaufsplatzes bei den Verbrauchern ist davon auszugehen, dass durch die Verlagerung frei werdende Verkaufsflächen mit neuen Anbietern bestückt werden können. Ebenso wäre eine Erweiterung bestehender Anbieter denkbar.“

Damit stellen die Gutachter dem Einkaufsstandort „Birther Kreisel“ eine durchaus positive Zukunft in Aussicht, so dass sich ein weiteres öffentliches Engagement an diesem Standort als lohnend erscheinen lässt. Der EDEKA als Frequenzbringer wird allerdings in Zukunft allein nicht ausreichen, um das ‚alte‘ Einkaufszentrum zu stabilisieren.

Die Situation im Einkaufszentrum ist zur Zeit noch geprägt von

  • zunehmender Fluktuation und Leerständen in den Ladenlokalen. Nach der Umsiedelung des EDEKA-Marktes konnte für das alte Ladenlokal in einer Größenordnung von 400 qm noch keine Nachfolgenutzung akquiriert werden. Weiterhin stehen zwei kleinere Ladenlokale leer.
  • städtebaulich unbefriedigender und aufgrund von Einzeleigentumsverhältnisse ungeordneter Gestaltungssituation der ‚öffentlichen‘ Flächen. Seit der Errichtung des Einkaufszentrums wurden keine wesentlichen Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt.
  • mangelnde Pflege und Sauberkeit der ‚öffentlichen‘ Flächen
  • Unbefriedigende Zuwegung zu dem nach innen orientierten Einkaufszentrums. Das Einkaufszentrum kann von den Straßen her kaum eingesehen werden und erreicht damit keine Laufkundschaft. Der Standort wird allein von ‚Ortskundigen‘ frequentiert, für die allerdings von keiner Seite her eine einladende Eingangssituation besteht.
Eine weitere Abwärtsentwicklung und damit eine Bedrohung der noch vorhanden Versorgungsstruktur für die Wohnbevölkerung, soll durch die umfassende Neugestaltung vorgebeugt werden.
Die einzelnen Maßnahmen sind im Förderantrag 2004 sowie 2005 ausführlich dargestellt und sollen daher im Folgenden nur grob umrissen werden:
  • Entwicklung einer gestalterischen Leitlinie
  • Aufwertung der Eingangsbereiche in das nach innen hin orientierte Einkaufszentrum
  • Umgestaltung des zentralen Platzes in eine attraktive Fläche mit Aufenthaltscharakter
Den Verantwortlichen ist dabei die Notwendigkeit bewusst, die städtebaulichen Erneuerungsmaßnahmen mit weiteren Maßnahmen zu flankieren.
In diesem Zusammenhang gründete sich in 2003 die Interessengemeinschaft „IG Birther Kreisel“, ein Zusammenschluss von 13 Immobilieneigentümern und Geschäftsbetreibern, dem örtlichen Bürgerverein, interessierten Bürgern und der Velbert Marketing GmbH. Die „IG Birther Kreisel“ ist gleichzeitig eines von 20 Modellvorhaben des Modellprojektes „Immobilien- und Standortgemeinschaften“ des Landes Nordrhein-Westfalen.
Unter Moderation der Velbert Marketing GmbH finden regelmäßige Treffen statt, um gemeinsame Aktionen zu planen und umzusetzen. Bisherige Ergebnisse sind:
  • Planung, Finanzierung und Aufstellung einer gemeinsamen Werbetafel am südlichen Eingangsbereich
  • Veranstaltung von verschiedenen Stadtteilfesten (Frühlingsfest, Martinsmarkt)
  • Pflege und Gestaltung der Hochbeete und Aufstellung eines Weihnachtsbaumes
  • Aktive Beteiligung an der Entwicklung des Gestaltungskonzeptes für das Einkaufszentrum
Um den Standort langfristig zu halten und ihn zu einem belebten Mittelpunkt des Stadtteils Birth werden zu lassen, wird es in der nächsten Zeit um die Klärung folgender Aspekte gehen:
  • Ausloten der Marktgängigkeit der kleinstrukturierten Ladenlokale
  • Prüfung der Notwendigkeit der Neuordnung der Ladenzuschnitte und der Größenordnungen durch bauliche Veränderungen.
  • Entwicklung von alternativen (Zwischen-)Nutzungskonzepten für die leerstehenden Ladenlokale abseits einer ökonomischen Nutzung.

 

2. Offenes Bürgerhaus

Die Einrichtung eines Offenen Bürgerhauses in den Räumlichkeiten der Erlöserkirche ist ein zentrales Starter-Projekt der Stadterneuerung in Birth-Losenburg. Die vorgesehenen Angebote

  • Beratungs- und Unterstützungsangebote des Stadtteilzentrums/Allgemeiner Sozialer Dienst in Trägerschaft des SKFM Velbert e.V.,
  • Kindertagesstätte Abenteuerland (Erweiterung von drei auf vier Gruppen),
  • Grundschulkinderbetreuung/Sozial-Integrative Gruppe,
  • Jugendtreff/offene Tür,
  • Begegnungsbereich und (Event-)Saal, insbesondere für bewohnergetragene und bewohneraktivierende Veranstaltungen/Angebote,
sind im Integrierten Handlungskonzept und insbesondere im Förderantrag von Mai 2004 und 2005 ausführlich dargestellt und müssen daher an dieser Stelle nicht weiter erläutert werden.
Nach dem Rückzug der evangelischen Gemeinde aus den Räumlichkeiten der Erlöserkirche im Februar 2004 ging es zunächst darum, den drohenden Verlust wichtiger Angebote durch Zwischenlösungen aufzufangen und ein Signal zu setzen, dass das Wegfallen der kirchlichen Angebote keinen weiteren Niedergang des Stadtteils, sondern eher die Chance für einen Neubeginn mit attraktiven, bewohnerorientierten Angeboten darstellt. Dies ist weitgehend gelungen, die neuen (Zwischen-) Nutzungen finden zunehmende Resonanz in der Bürgerschaft. Es ist aber auch deutlich geworden, dass die Räumlichkeiten in ihrem bisherigen Zuschnitt und Ausstattung für die neuen Angebote nur provisorisch geeignet sind. Der zur Förderung beantragte Umbau ist insofern nach wie vor unabdingbar.
In den letzten Monaten haben sich hinsichtlich der Nutzung der Räumlichkeiten in der ehemaligen Erlöserkirche folgende Entwicklungen vollzogen:
  • Zum 01.04.2004 bietet der SKFM mit drei Mitarbeiter/innen Beratungs- und Unterstützungsangebote des Allgemeinen Sozialen Dienstes in Räumen im Obergeschoss an. Die dafür vorher genutzten Räumlichkeiten in der von-Humboldtstraße 66 wurden dadurch frei und können zukünftig von dem in diesem Gebäude ebenfalls ansässigen Boxsportverein (mit aktiver Jugendarbeit) zusätzlich genutzt werden.
  • Seit dem 01.08.2004 wird die Kindertagesstätte Abenteuerland in Trägerschaft der Kolping Kindertagesstätten Velbert e.V. geführt. Die Einrichtung der vorgesehenen, angesichts des Versorgungsgrades in Birth dringend notwendigen vierten Gruppe kann erst nach Ausbau/Umbau der Räumlichkeiten realisiert werden.
  • Erste Maßnahmen zur verbesserten Grundschulkinderbetreuung sind zwischenzeitlich ebenfalls angelaufen: Zwei Mitarbeiter/innen des SKFM betreuen hier seit dem 01.04.2004 in der sozialintegrativen Gruppe Schüler der nahegelegenen Grundschule, bis zur Fertigstellung des zusätzlichen Gruppenraums unter provisorischen Bedingungen. Sobald die räumlichen Voraussetzungen an der Grundschule und im Offenen Bürgerhaus gegeben sind, soll die Offene Ganztagsschule (OGATA) starten (geplant: Schuljahr 2005/2006). In der Sitzung des Arbeitskreises OGATA am 20.09.2004 sind die Planungen nochmals bestätigt worden, vier Gruppen in einem zusätzlichen Gebäude auf dem Schulgelände der Grundschule und eine Gruppe im benachbarten Bürgerhaus unterzubringen.
  • Der früher unter kirchlicher Trägerschaft laufende Jugendtreff (G.O.T.) wird seit dem 01.03.2004 in Regie der Stadt Velbert geführt. Dieser Schritt ist als Zwischenlösung zur Aufrechterhaltung der Angebote gedacht und angesichts einer konzeptionellen Neuausrichtung und der engagierten Arbeit der dort tätigen Sozialarbeiter bei den Jugendlichen und im Stadtteil insgesamt auf positive Resonanz gestoßen.
  • Der bisher für Gottesdienste genutzte Saal ist in seinem derzeitigen Ausbau- und Ausstattungsstandard nur sehr eingeschränkt für multifunktionale Events und bürgergetragene Veranstaltungen nutzbar. Neben den nach wie vor durchgeführten Gottesdiensten hat bisher ein gut besuchtes Jazzkonzert stattgefunden.
  • Seit Mai 2004 besteht die Velberter Tafel, die – wie mittlerweile in vielen anderen Städten – gespendete Lebensmittel für einen geringen Obulus an Bedürftige abgibt. Jeden Dienstag werden in den Räumlichkeiten der Erlöserkirche Lebensmittel an ca. 90 Bedürftige aus Birth/Losenburg verteilt. Darüber hinaus organisiert der SKFM jeden Mittwoch-Nachmittag ein Stadtteilcafé in den Räumlichkeiten der Erlöserkirche, welches von einer ehrenamtlich tätigen Bürgerin und einer Praktikantin des SKFM begleitet wird.
Neben diesen vorgesehenen Beratungs-, Unterstützungs- und Treffmöglichkeiten ist der Standort des zukünftigen Offenen Bürgerhauses auch in städtebaulicher Hinsicht ein herausragendes Stadterneuerungsprojekt. Das Bürgerhaus ist – neben dem Einkaufszentrum – zentrales Ankerprojekt für eine attraktive Verknüpfung von Birth und Losenburg und gleichzeitig ein wichtiges Scharnier zwischen Siedlungsbereich, Schulzentrum mit Grundschule und Gymnasium sowie dem Ost-West-Grünzug des Rinderbachtals. Insofern haben nicht nur die mit dem Umbau verbundenen neuen Zugänge zum Gebäude, die Anbindung an das zukünftige Fußwegenetz und die verbesserte Querungsmöglichkeit an der von-Humboldtstraße große Bedeutung, sondern auch eine den zukünftigen multifunktionalen Nutzungen entsprechende attraktive Gestaltung der Außenanlagen des Bürgerhauses.