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Pressemitteilungen

Meldung vom 30.10.2013

Das Projekt Marktzentrum wurde von den Investoren gestoppt
Stadt unterstützt Einzelhandel mit verschiedenen Bausteinen

Seitens der Investorengemeinschaft aus HBB und ECE wurde Bürgermeister Stefan Freitag am gestrigen Tag informiert, dass das Projekt Marktzentrum von beiden Häusern auf Ebene der Gesellschafter mit sofortiger Wirkung aufgrund wirtschaftlicher Aspekte gestoppt wurde. HBB und ECE werden sich bereits am morgigen 31. Oktober aus dem Projekt zurückziehen. Ausschlaggebend für die Entscheidung seien die durch die Verzögerungen im Projekt resultierenden Kostensteigerungen in Verbindung mit der ungeklärten Ankermietersituation gewesen.
„Trotz der Entwicklungen der letzten Wochen mit der sehr plötzlich durch HBB und ECE kommunizierten Projektverzögerung habe ich weiterhin an eine Realisierung geglaubt“, so Bürgermeister Stefan Freitag. Dennoch habe er sich natürlich alternativ mit einem Scheitern des Projektes auseinandergesetzt. Alles andere wäre aus seiner Sicht auch verantwortungslos gewesen. „Trotzdem hat mich die definitive Absage sehr enttäuscht“, so Freitag weiter. „Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass das geplante Einkaufszentrum die Velberter Innenstadt deutlich belebt hätte und damit den örtlichen Einzelhandels gestärkt hätte.“ Gleichzeitig wäre mit der geplanten Architektur eine neue, attraktive Lage in der Velberter Fußgängerzone entstanden.
Die von HBB und ECE vorgebrachten Gründe für einen Rückzug aus dem Projekt müsse er akzeptieren. In diesem Zusammenhang betone er, wie bereits vor einem Monat, dass die Stadt alle Voraussetzungen geschaffen hat, um eine Realisierung des Projektes zu ermöglichen. Es gäbe Planungsrecht und eine kurz vor dem Abschluss stehende Baugenehmigung, so dass eine Umsetzung des Projektes aus städtischer Sicht möglich gewesen wäre. Gescheitert ist es an der nicht vorhandenen wirtschaftlichen Tragfähigkeit auf Seiten der Investorengemeinschaft.
Zwar war das geplante Einkaufszentrum für die Entwicklung der Velberter Innenstadt ein gewichtiger Baustein, aber eben auch nur ein einzelner Baustein von einer Vielzahl weiterer Bausteine. Diese sollten nun nicht gestoppt werden, nur weil das Einkaufszentrum nicht gebaut wird, sondern verstärkt umgesetzt und um neue Ideen ergänzt werden.

Die wichtigsten Bausteine sind im Einzelnen:

1. Der Bürgermeister wird mit Nachdruck dafür plädieren, dass trotz der aktuellen Entwicklung der geplante Zentrale Busbahnhof realisiert wird. Hier sind Stadt und die Technischen Betriebe Velbert (TBV) die handelnden Akteure und können eigenständig über das Projekt entscheiden. Das letzte Wort habe allerdings selbstverständlich der Verwaltungsrat der TBV. „Ich bin aber fest überzeugt, dass auch im Hinblick auf eventuelle künftige Einzelhandelsprojekte ein zeitgemäßer Knotenpunkt für den Linienbusverkehr von entscheidender Bedeutung für die Attraktivität der Velberter Innenstadt als Einzelhandelsstandort sein wird."

2. Beim geplanten Umbau des Platzes Am Offers wird Bürgermeister Stefan Freitag ebenfalls nachdrücklich für eine weitere Umsetzung der Neugestaltungsmaßnahmen werben. Ziel ist es, einen attraktiven Platz für vielfältige Nutzungen in der Velberter Innenstadt zu haben. Auf ihm - dem Herz der Fußgängerzone - würde künftig auch der Wochenmarkt stattfinden. Auch beim Platz Am Offers liegt die letztendliche Entscheidung aber bei den Mitgliedern des Verwaltungsrates der TBV, zumal für die Umgestaltung des Platzes die Mittel aus dem Grundstücksverkauf für das geplante Einkaufszentrum nicht mehr zur Verfügung stehen. „Hier sehe ich aber Kompensationsmöglichkeiten“, so Stefan Freitag.

3. Für den Einzelhandel ist die Nachricht vom Scheitern des geplanten Einkaufszentrums sicherlich ein schwerer Schlag. Umso wichtiger ist es nun, den Einzelhandel seitens der Stadt an den Stellen zu unterstützen, an denen die Stadt handeln kann. Dies betrifft sicher zum einen das Thema Parken. Mit der Nichtrealisierung des Einkaufszentrums wird auch das Parkhaus Oststraße zumindest in naher Zukunft nicht neu gebaut. Um dennoch dem Ruf der Einzelhändler nach mehr innenstadtnahem Parkraum zu folgen, wird die Inbetriebnahme des Parkplatzes auf dem Gelände der ehemaligen Pestalozzischule forciert. Es ist geplant, ihn Ende des Jahres in Betrieb zu nehmen. Parallel wird die Stadt Velbert die Planung der Bebauung dieses Geländes weiter vorantreiben. Gleichzeitig wird Ende November auf dem Europaplatz ein (gebührenpflichtiges) Parken für PKW ermöglicht – zunächst mit einer provisorischen Markierung, die die TBV kurzfristig aufbringen werden. Über eine endgültige Lösung solle dann im Frühjahr 2014 entschieden werden.

4. Wie vor einem Monat bereits angekündigt, schlägt der Bürgermeister weiterhin vor, die Kräfte zu bündeln, um unter Federführung der Stadtverwaltung eine Immobilien- und Standortgemeinschaft Friedrichstraße auf den Weg zu bringen. Dies gehe natürlich nur mit Unterstützung der vorhandenen Akteure, vor allem der betroffenen Immobilieneigentümer und Einzelhändler.

5. Um die aktuelle Situation nicht noch zusätzlich zu belasten, sollte der Fortbestand der Velbert Marketing GmbH bis Ende 2014 gesichert sein, so Freitag. Das Jahr 2014 sehe er als Übergangsjahr an, in dem unter enger Einbindung des Velberter Einzelhandels eine nachhaltige Prüfung und Neuausrichtung des City-Marketings in Velbert-Mitte, Langenberg und Neviges erfolgen muss.

6. Der Bürgermeister sieht das Scheitern des Projektes Einkaufszentrum nun auch als Chance für eine Neunutzung und Neuentwicklung der ehemaligen Hertie-Immobilie an. „Glaubt man den mit der Vermarktung betrauten Akteuren, so ist eine Nachnutzung des Hertie-Gebäudes bisher immer daran gescheitert, dass mit dem geplanten Einkaufszentrum ein übermächtiger Wettbewerber um die Gunst der Mieter am Ort vorhanden war“, so der Bürgermeister weiter. Diesen Wettbewerber gebe es nun nicht mehr, so dass diese Argumente für eine Nachfolgenutzung nicht mehr greifen und einer Entwicklung somit nichts mehr im Wege stehen dürfte. Sollte es hier konkrete Ansätze geben, sei die Stadt Velbert selbstverständlich weiterhin entsprechenden Projekten gegenüber aufgeschlossen. Man hat daher kurzfristig mit der Eigentümerseite vereinbart, sich zusammensetzen und Lösungsansätze zu diskutieren. Dann werde auch deutlich, ob die bisherige Argumentationsweise der Eigentümer stimmig ist.

7. Letztendlich wird sich die Stadt Velbert weiter intensiv um Alternativen für eine Entwicklung des Quartiers rund um den Europaplatz kümmern. Hier gibt es einen geltenden Bebauungsplan, wodurch eine kurzfristige Entwicklung durchaus möglich ist. „Es gibt schließlich auch andere Investoren, die in der Vergangenheit Interesse am Standort gezeigt haben. Wir müssen aber auch gegebenenfalls bereit sein, über Veränderungen des Konzeptes und des Bebauungsplanes nachzudenken“, so der Bürgermeister. Auch solle zunächst der Markt sorgfältig sondiert werden.

„Sicher ist das Aus für dieses Projekt ein herber Rückschlag für die Innenstadtentwicklung“, sagte ein enttäuschter Bürgermeister. Uns helfen jetzt aber weder ein Lamentieren über die Ursachen noch irgendwelche Schuldzuweisungen. Für Stefan Freitag gilt das Motto: „Umfallen ist keine Schande, das gilt nur für das Liegenbleiben.“ Deshalb gelte es jetzt aufzustehen, weiter zu machen und neue Ideen zu entwickeln.

Stadt Velbert

 



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